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| Geschrieben von: claudi |
| Mittwoch, 28. Januar 2009 um 17:18 |
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Münchner Bier von Walter Reinhold + Wos heitzetog net alles gezücht't wird. Es gibt neie Gerschtsortn, do sell emende es Bier nuch besser schmeckn. De Koarnsortn selln ganz korze Struehhalm hobn, wall es Strueh nimmer grueß gebraucht wird. Be ere Gemiesesorte Kohlerabi, zen Beispiel, is itze wull aaner e poar Kilo schwer. Und Rettich gibt's, die sei weißdrsechs 40 cm lang. Ober die ham en ganz mildn Geschmack, des wär nix mehr zen Bockbierfest in de Wörtshaiser, wall do e ganz scharfer Rettich sei muß, der frieher gratis hie jeden Tisch gestellt wurn is. ![]() Im sue schörfer dr Rettich, deste mehr ham de Bockbiergäst trinkn müssn. E arg scharfe Sorte woar dr Rettich „Münchner Bier". Der sooch schwarz aus und hot siech aah ne ganzn Winter gehaltn. Iech ho meitog gern gegärtnert und af eren Beet be unnern Haus is ständig Gemiese oagebaut wurn. Do gob's Meähren, Radiesele, Kohlrabi und aah schwarze Rettich. Des woar wos fer'n Winter. Den hot mr eigeraschpelt, Pfeffer e Salz koam noa und noochert is'r zwischen zwee Tellern urndlich geschüttelt wurn. Viel kunnt mr drvoa net essen, der hot hintn dinne ganz schie gebissn. Nadierlich hot mr wos kräftigs drzu gessn, sinst hett's ann urndlich ausgeranzt. Selln Summer woar af man Gemiesebeet wieder alles schie aufgange, aah dr schwarze Rettich. Wenn schäss Wetter woar, ham'r unner Zieg naus gehängt, do kunnt se siech e weng aussummern. Ober sellmol hett sich doch es Luder luesgerissn und hot siech über des Gemiesebeet hergemacht. Af aamaol goang ein Gemecker und Gerenn vun dr Zieg lues. Die hot siech goar kan Rot mehr geweßt, wu se hierenne sell. Geschriern hot se und nooch Luft geschnappt wie net gescheit. Wu mrsch weißkrigt ham, mußt'n mr alle Minutn denkn, se verreckt. De Mutter hot de Händ über'n Kopf zammgeschlogn und gemaant, itze verreckt uns die gute Zieg, die ne Tog 4 Liter Millich gibt. „Gung", hot se miech aufgefodert, „nimm es Foahrrod und hul ne Tieroarzt Pampel vun Falkenstaa, der sell hortig kumme, emende koa'rsche nuch rettn." Iech bis luesgeroahrn, hett ober Pech, dr Tieroarzt woar net drham, blueß sei Fraa. Und die hot gemaant, aß se ne rausschickt, wenn'r kimmt. Nu hoa, ho iech fer miech gedacht, wer waß, wenn der kimmt, drwalle is unner Zieg verreckt. Wu iech hamkumme bie, hett e Mutter de Zieg nei ne Stall und hett ere ze saufn gebn. Die is laacht nei den Aamer geschossn, wie wenn se e poar Tog nix ze saufn krigt hot, und hot egoal wieder gesoffn. Mit dr Zeit hot die Otennuet, wos se hett, noochgeloon und se hot langsam oa ze fressn gefangt. Do warn mr ober frueh. Sue epper nooch zwee Stunne koam dr Tieroarzt Pampel vun Falkenstaa mit san DKW gefoahrn, hot siech die Zieg oageschaut und untersucht. „In dere ihrn Bauch rumort's, hat die etwas unrechts gefressen?", woar sei Maaning. E Flasch mußtn mr hersuchn, do nei hot'r de Oarzenei fer de Zieg getoa, die'r nuch mit Wasser verdünnt hot. Die mußt ihr Maul aufmachn, und sue hot ere den Inhalt vun dere Flasch nei ne Rachn geschütt! De Zieg hot e weng dumm getoa, ober se mußt schluckn. Itze ging vun ne Tieroarzt is ausfregn lues. Wos mr dere Zieg ze fressn gebn ham und sue fort. Mier kunntn watter nix sogn, wie aß mr'sche daun dr Welt hänge hattn und se siech luesgerissn hett. An man Gemiesebeet hot se siech e Güt getoa. Des wott dr Tieroarzt siech oaguckn und is mit uns naus. Itze hot'r gesehe, aß Meährekraiterich dotte log und aah nuch e poar Meähre, ober aah Kraiterich vun den schwarzn Rettich. „Jetzt haben wir's", hot dr Tieroarzt gesogt. „Sie hat von diesem Rettich gefressen und die sind sehr scharf. Daher bekam sie diese Atemnot und das Schreien! Es war gut, dass sie gleich zu saufen bekommen hat, dadurch ist die Schärfe genommen worden." Die Rettich „Münchner Bier" sei uns teier kumme. Zehe Mark hot dr Tieroarzt kost', ober trotzdem warn mr frueh, aß mr unner Zieg drhaltn hattn. |




