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| Geschrieben von: claudi |
| Montag, 26. Januar 2009 um 12:09 |
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Brüderle und Schwesterle von Walter Reinhold + Woar des schlimm nooch'n Krieg. Die arme Menschn mußtn im Osten ihr Haamet verloon, wu mier Deitschen die Länder zamm besetzt hattn. Se ham alles verlurn, blueß des weng hattn se, wos se trogn kunntn. Sue gings aah dr Sagors Hilde. Ganz allaa woar'sche mit ihrer Schwester. Dr Voater woar gefalln und de Mutter woar imkumme, eh se ausgewiesn wurn sei. De Hilde woar erscht 22 Goahr alt. Kan Menschen hot se in dr Stadt. wu se hie kumme is, kennt und de Flüchtling und Aussiedler sei net gerod mit offne Arme empfange wurn. Ihr Schwester is gleich watter niebern Westen geraast und sue woar de Hilde ganz af siech oagewiesn. Es hot wielang gedauert, bis se e weng Oahang finne kunnt. Se woar lang über de 30 nieber, eh se en Moa kennegelarnt hot. Se ham siech verliebt und wottn aah heiroaten. Ober mr koa sogn - o, Schicksal, wie bist du sue hart. Ihr Schatz is mit'n Motoarrod tiedlich veruglückt. Nu woar'sche wieder allaa dogestandn und nuch drzu in annern Imständn. E klaaner Gung is oakumme. Es woar schlimm fer de Hilde, ober se hot siech dorchgekämpft. Den klann Gung hot se ne Noame Eckehard gebn. Se mußt arbeten und es woar ner gut, es gob en Kinnergartn. Des woar ober aah e guter Gung, mit den se kaane Schwierigkeitn hett. In dr Schul hot'r speeter sei Sach gemacht und drham hot'r sei Mutter arg unterstützt. Sue ging des einige Goahr lang. De Hilde woar in ihrn Betrieb, wu se gearbet hot, arg beliebt. Dotte woar aah dr Frieder, den sei Fraa gestorbn woar, und der hett e Aug af de Hilde geworfn. Es hot net lang gedauert und se ham geheirat. Ne Eckehard hett dr Frieder genau sue gern wie de Hilde. Nooch ere Zeit koam e klaas Maadel oa, die is af den Noame Susi getaaft wurn. Se warn glücklich mitenanner und zefriedn. Ober net lang drnooch is de Hilde krank wurn an der furchtboarn Kranket Krebs. Es woar kaa Retting mehr do, se mußt ebn starbn. Sue woar dr Frieder mit den zwee Kinnern allaa dogestandn.Dr Eckehard hot sei klaas Schwesterle versorgt, 'r hot se in dr Kutsch ausgefoahrn, is eikaafn gange. De Woahning hot'r schie raa gehaltn, wenn dr Voater Schicht hett und sei Schwesterle umdst aah ze Bett geschafft. De Leit ham ner esue gestaunt ieber die drei Menschn. Ober es Schicksal koam annerscht. Dr Voater is aah krank wurn an Krebs. Dr Eckehard woar an eren Tog eikaafn gange. Sei Schwester, de Susi, woar allaa drham. Drei Goahr woar'sche erscht alt. Und do hot se miet oaschaue müssn, wie ihr Voater still und friedlich eigeschlofen is. Wu dr Eckehard vun Eikaafen ham koam, maant sei Schwester: „Dr Vati hult goar kaa Luft mehr!" Nu warn die zwee Kinner oahne Eltern dogestandn. Sue sei se mitenanner neis Waisenhaus kumme in dr Stadt. Ober ne Eckehard hot des net gefalln. Is'r doch emol be Nacht e Nebel ausgerissen, hot siech dorchgeschlogn bis af Köln ze seiner Tante, wall's doch drwalle aa Deitschland woar. Die hot's an's Waisenhaus gemeldt, und oagefregt, ob'r net diebn bleibn kännt. Sue woar de Susi allaa im Waisenhaus „Sonnenland" und ganz e goar trauerig. Se wott halt aah gern ze ihrn Bruder. In eren Dorf in dr Näh woar e Ehepoar, die kunntn machn wos se wottn, se ham ebn kaane Kinner krigt. Do ham se siech ans Waisenhaus gewendt, im aans ze adoptiern. De Wohl is akkeroat af de Susi gefalln, die woar itze 5 Goahr alt. Emol in dr Nacht während'n Schlof hot se egoal vun ihrn Vati und ne Eckehard geredt und aah getraamt. Die Pflegeeltern ham alles fer de Susi getoa, ober immer hot se vun ihrn Bruder geredt, wienooch'r ner net kimmt. Ne Eckehard in Köln hot's aah kaa Ruh mehr geloon. Er is zerück ins Vuegtland gefoahrn, wall'r wissen wott, wie's seiner Schwester gieht. Ober die woar nimmer im Waisenhaus. 'r kunnt freegn wie'r wott, er hot's net drfoahrn, wue se siech aufhält. Sue mußt'r uverrichter Dinge wieder af Köln zerückfoahrn. Tog e Nacht hot'n des beschäftigt, wu sei Schwester is. Sei Tante kunnt des nu ball nimmer miet oasehe, wie dr Eckehard dodrunter gelietn hot. Se is mit den Gung zen Rechtsanwalt gange, hot ne des alles geschildert und gebetn, de Susi doch ausfindig ze machn. Der hot ober gleich gesogt, aß des arg schwierig is. Der Noame vun de Adoptiveltern darf net verroten wern, ober der Rechtsanwalt hot net lucker geloon und sue hett'r aah Erfolg. Er hot dr Susi ihrn Eltern en Brief geschriebn und gebetn, ob siech die zwee Geschwister net emol treffen känntn. Dr Susi ihre Eltern ham ja gewesst, aß des Maadel egoal vun ihrn Bruder, ne Eckehard, redt und ham zugestimmt. Es stund gerod ihr Geburtstog vur dr Tür. Ze den Tog wured dr Eckehard eigelodn. Fer die ganzn Oageheäring vun dr Susi und ihr selber woar des e Moment, den se net gleich vergessn wern, wie die zwee Menschnkinner siech begrüßt ham. Die ganze Zeit, wu dr Eckehard af Besuch woar, sei se net vunenanner gange. "Schau ner, die vieln Geschenker ze dan Geburtstog, sue wos host du nie krigt und iech aah net. Und deine neie Eltern sei gut. Bie fei net ugezuegn, iech siehe, du host's gut getroffn", maant dr Eckehard. De Zeit blabbt net stiehe. Dr Eckehard mußt zerück nooch Köln. Er hot dr Susi ihre neie Eltern gefregt, ob'r wieder mol kumme koa. „Nu, freilich," ham die gesogt. Und. sue hattn siech zwee Menschnkinner wiedergefunne, denen is Schicksal arg mietgespielt hot. Jedn Geburtstog besucht nu dr Eckehard sei Schwester. Mit'n Auto kimmt'r itze zegoar. Hoffentlich ham die zwee in ihrm wattern Lebn e weng mehr Glück. Es wär ihnen ze wünschn. |
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